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  • AutorenbildMichaela Kuti

SelbstWIRK-What…?!

Die Sache mit der Selbstwirksamkeit ist gerade gefühlt in aller Munde. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Und wie kannst du das für dich und deine Coachees im Vocalcoaching nutzen? All das und noch mehr erfährst du heute in meinem neuen Blogartikel.


Ein junger Mann, der Konfetti in die Welt pustet

Was bedeutet eigentlich „Selbstwirksamkeit“?


Unter Selbstwirksamkeit versteht man ganz grundsätzlich, das Bedürfnis eines jeden Menschen, aus sich selbst heraus wirksam zu sein und sich als wirksam zu erleben. Es ist der Wunsch, das eigene Leben aktiv selbst zu gestalten und etwas aus eigener Kraft schaffen zu können. Es ist das Bedürfnis durch eigenes Handeln und Tun zum Erfolg zu kommen und die Fähigkeit, aufgrund der eigenen Kompetenzen ein gewünschtes Ziel zu erreichen.


Dieser Wunsch ist in jedem von uns von Geburt an angelegt und bleibt uns auch ein Leben lang erhalten. Es ist der Glaube an uns selbst und die Überzeugung, etwas bewegen zu können – aus eigener Kraft heraus.

 

Wer hat’s erfunden?


Dem ganzen einen Namen und eine ganze Forschungsreihe gewidmet hat dies Ende der 1970er Jahre der kanadisch-amerikanische Psychologe und Soziologe Albert Bandura. Auf ihn gehen auch die vier Faktoren zurück, die maßgeblich Einfluss auf unsere Selbstwirksamkeit haben und die wir uns im Weiteren noch näher anschauen werden:


1)    Eigene Erfolgserlebnisse

2)    Passende Vorbilder

3)    Ermutigung von Anderen

4)    Emotionale Aktivierung

 

High Five in einem Gruppen Coaching

Wie kann ich diese Faktoren in meinem Vocalcoaching erfolgsbringend einsetzen?


 

1)    Eigene Erfolgserlebnisse


Dahinter steht das Bedürfnis, Situationen oder Herausforderungen bewältigen und meistern zu können. Am besten gelingt dies durch positive Erfahrungen. Indem wir unsere Coachees dazu verhelfen, Schritt für Schritt immer weiter zu ihrem Ziel zu kommen, sorgen wir dafür, dass auch die Selbstwirksamkeit immer weiter mitwächst.


Das kann sein durch Ausprobieren, mit der eigenen Stimme spielen zu dürfen, experimentieren mit Sounds, ohne dass direkt unterbrochen oder gemaßregelt wird, ohne strengen Vorgaben, Zeitdruck, Ratschläge und Regeln, die zu befolgen sind usw.


Die Coachees einfach mal machen lassen und schauen, was sich in welche Richtung entwickelt. Nachfragen, wie sich etwas angefühlt hat. Die Coachees Experten für ihre Stimmen sein zu lassen ohne sie schon vorher in eine bestimmte Form oder in einen vorgegebenen Klang pressen zu wollen. Die Freiheit geben, um sich selbst auszuprobieren. Herausforderungen stellen, denen sie gewachsen sind und die sie auch selbst schaffen können.


All das kann helfen, dass sich unsere Coachees ihre eigenen Erfolgserlebnisse generieren und wir sie dabei nur liebevoll begleiten – und doch am Ende so viel mehr für sie tun, als wir denken.


Ein Coach ermutigt seine Coachee

2)    Passende Vorbilder


Oder „Lernen am Modell“ wie bei Bandura zu lesen ist. Unsere Coachees lernen schneller, wenn sie Verhaltensweisen und Denkwelten von Vorbildern nachahmen, die nicht allzu weit weg von ihrer eigenen Lebenswelt sind.


Was heißt das nun genau?


Im besten Fall sind wir als Coaches in diesem Setting das passende Vorbild. Also sollten wir im Umkehrschluss immer genau wissen, was und wie wir sein und wirken möchten in unserer Rolle als Coach. Was sind meine Werte? Was macht mich als Vorbild aus? usw.


Dazu gehört meiner Meinung nach unbedingt, dass ich als Coach nahbar bin. Dass ich nicht in anderen Sphären schwebe oder mich für etwas Besseres halte. Dass ich es meinen Coachees leicht mache, mir zu folgen und mir zu vertrauen. Dass ich einen ganz klar ausgerichteten Wertekompass habe und mich auch unbedingt und in jeder Situation daran halte. Dass ich keine Grenzen überschreite in Wort und Gestik. Dass ich nicht übergriffig agiere, den Coachee nachmache, unangemessen zu Nahe trete oder sonst in irgendeiner Form herabsetze. Wir sollten uns in jedem Moment der Verantwortung bewusst sein, die wir als Coaches tragen, wenn wir mit anderen Menschen so nah und persönlich zusammen arbeiten.


Eine Gruppe in der diskutiert wird und von einem Coach angeleitet

3)    Ermutigung durch Andere


Die Selbstwirksamkeit eines Coachee wächst vor allem auch durch Bestärkungen von anderen (v.a. von Vorbildern oder Menschen, die einem nahe stehen), durch das Unterstützen in seinen Vorhaben und Zielen und durch die Bewältigung von Hürden. Ganz konkret könnte das z.B. bedeuten, dass du die Wünsche deiner Coachees nicht als unwichtig abtust, ihnen das Gefühl gibst, sie seien noch nicht gut genug dafür oder von vornherein abblockst.


Lass dich auf neue Projekte ein und gehe den Weg zusammen mit deinen Coachees. So abenteuerlich es sich für dich vielleicht im ersten Moment anhört. Dein Coachee träumt davon, einen eigenen Song zu schreiben und aufzunehmen und du hast keine Ahnung wie so etwas geht? Schau dich um, mach dich schlau und erkundige dich, wie du ihm dabei helfen kannst. Dein Coachee möchte zu einer Castingshow? Helfe ihm nach besten Kräften, sein Ziel zu erreichen.


An dieser Stelle kommt mein Appell von Herzen: sei als Coach Unterstützermensch, Wegbegleiter, Fürsprecher und Möglichmacher.


Gruppencoaching im Gesang

 4)    Emotionale Aktivierung


Unser Körper ist jeden Tag in jeder Minute an allen Gedanken und Taten beteiligt und sendet uns dementsprechend Signale. Elektrisiert deinen Coachee vielleicht der Gedanke daran, eine Technik wie das Belting zu erlernen und das dann vielleicht bald auf der Bühne in einem Song anwenden zu können, so ist der Körper euphorisiert.


Die Signale sind alle auf Freude ausgerichtet und Ziele, die mit Freude angegangen werden, führen bekanntlich schneller und direkter zum Erfolg als Ziele, die sich plötzlich schwer anfühlen, weil wir es unseren Coachees vielleicht unbewusst schwer machen, in dem wir z.B. sagen: „Belting ist eine Technik, die man nur sehr vorsichtig anwenden sollte, weil sie zu den risikoreicheren Gesangstechniken gehören und man seiner Stimme damit sehr schaden kann, wenn man nicht aufpasst.“ Wäre da nicht ein: „Yeah! Super. Total gerne. Ich zeige dir gern wie das geht, mit welchen Übungen du das super vorbereiten und wie du dabei gut auf dich aufpassen kannst.“


Deine Worte machen den Unterschied. Wähle weise. Immer.


Mädchen die Konfetti pusten

Die Macht des Erlebens


Eines der größten Selbstwirksamkeits-Geschenke, die du deinen Coachees machen kannst ist also die „Macht des Erlebens“. Dass man durch Erfahrungen, die man selbst macht, besser und nachhaltiger lernt, ist keine neue Idee. Alles was du deine Coachees selbst erleben lässt, erfahrbar machst, ausprobieren lässt und ermutigst, es immer wieder zu tun, trägt zum nachhaltigen Erfolg deines Coachings bei. Versuche, alle Sinne bei deinem Gegenüber anzusprechen.


Die Verankerung im Coachee findet vor allem statt durch eigene Erfahrungen, durch das Tun an sich, durch Experimentieren und Ausprobieren. Steigt die Selbstwirksamkeit des Coachee, steigt auch das Selbstwertgefühl. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Und: Neues lernt man eben am besten und am nachhaltigsten mit Spaß, Freude, Motivation und Begeisterung, sprich: in einem emotional positiven Zustand. Selbst die Hirnforschung belegt, dass auf diese Art Ziele besser erreicht oder sogar noch übertroffen werden können.


Also vergiss nie: habt Spaß und eine gute Zeit zusammen.


Liebe Grüße,

Michaela

 

 

Buchquelle: „Selbstwirksamkeit aufbauen. Wie Sie Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen“, Ingrid Barouti, 2. Auflage, Haufe Verlag

Bildquelle: Medien von wix

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